Immer mehr Unternehmen suchen nach Wegen, ihre Geräte sicher, flexibel und zentral zu verwalten – ohne Lizenzchaos. Und plötzlich kommt ein Microsoft-Update, das alles auf den Kopf stellt. Interessant ist vor allem, dass diese Ankündigung nur wenige Wochen nach der Microsoft Ignite kam, wo Microsoft traditionell eigentlich alle wichtigen Ankündigungen macht.
Ein Hinweis darauf, dass einfach etwas mehr Zeit benötigt wurde, bis diese Neuigkeit wirklich spruchreife war. Denn: Individuelle Microsoft-Produktteams werden hierfür Ihnen zugerechneten Umsatz aufgeben und sich der Microsoft Gesamtstrategie unterordnen müssen. Dies bedurfte sicherlich viel interner Kommunikation und Diskussion.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab Juli 2026 integriert Microsoft zentrale Funktionen der Intune Suite direkt in Microsoft 365 E3 und E5. Darunter Remote Help, Advanced Analytics und Endpoint Privilege Management.
- Gleichzeitig steigen die Lizenzpreise: E3 kostet künftig $39 (+8,3 %), E5 $60 (+5,3 %), auch Business- und Frontline-Pläne sind betroffen.
- Die Integration reduziert Lizenzkomplexität und spart Zusatzkosten. Viele bisher kostenpflichtige Add-ons entfallen.
SOFTTAILOR unterstützt euch dabei, die neuen Lizenzmodelle richtig einzuordnen, bestehende Strukturen zu bewerten und eure Umgebung optimal auf die kommenden Änderungen vorzubereiten – technisch, organisatorisch und wirtschaftlich.
1 Was hinter der Microsoft-Ankündigung steckt
Am 4. Dezember 2025 ließ Microsoft aufhorchen: Teile der bislang kostenpflichtigen Microsoft Intune Suite werden künftig ohne Zusatzlizenz direkt in Microsoft 365 E3 und E5 enthalten sein. Die E5 Lizenz bekommt sogar die gesamte Intune Suite. Damit vollzieht der Konzern einen Strategiewechsel, der vor allem Unternehmen mit komplexen Geräteumgebungen und hohen Sicherheitsanforderungen neue Spielräume eröffnet.
Mit dieser Integration verfolgt Microsoft gleich mehrere Ziele:
- Lizenzvereinfachung: Statt zahlreicher Add-ons und modularer Upgrades rücken wichtige Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen näher an die Basislizenzen. Microsofts Versprechen: “Unternehmen, die E5 kaufen, bekommen alles was sie brauchen” wird so wenigstens ein bisschen wahrer.
- Zero-Trust-Umsetzung beschleunigen: Die enthaltenen Features sollen Unternehmen helfen, Zero-Trust-Strategien einfacher umzusetzen – ohne zusätzliche Verträge.
- Wettbewerbsfähigkeit stärken: Gegenüber Konkurrenzlösungen wie VMware Workspace ONE oder Ivanti positioniert sich Microsoft damit klarer als Komplettanbieter und umfangreiches Ökosystem, das mit immer weniger Tools ergänzt werden muss.
- Umsatzoptimierung: In der Branche munkelt man, dass sich die Intune Suite nur sehr schlecht verkauft hat. Durch die gleichzeitigen Preiserhöhungen für E3 und E5 Lizenzen für alle Nutzer wird Microsoft wahrscheinlich wesentlich mehr Umsatz generieren. Die Kunden gewinnen durch zusätzliche Features. (Mehr dazu unter 4 Lizenzmodelle & Kosteneffekte)
2 Diese Intune-Funktionen kommen in E3 und E5
Mit der geplanten Umstellung integriert Microsoft erstmals Kernfunktionen der Intune Suite direkt in Microsoft 365 E3 und E5 – ein echter Vorteil für Unternehmen, die bisher auf Zusatzlizenzen angewiesen waren.
Für Microsoft 365 E3
Ab 2026 erhalten E3-Kunden Zugriff auf drei zentrale Funktionen:
- Remote Help: IT-Support-Teams können per gesicherter Fernverbindung direkt auf Geräte zugreifen – inkl. Berechtigungsfreigabe und Sitzungsprotokollierung. Ideal für First-Line Support in verteilten Umgebungen.
- Tunnel for Mobile Application Management (MAM): Eine App-basierte VPN-Lösung, mit der mobile Anwendungen sicheren Zugriff auf Unternehmensressourcen erhalten – ohne Geräte-Enrollment.
- Advanced Analytics: Liefert KI-gestützte Einblicke zur Gerätegesundheit, Nutzerverhalten und potenzielle Sicherheitsrisiken – als Grundlage für gezielte Optimierungen und fundierte Entscheidungen im Endpoint Management.
Für Microsoft 365 E5
E5-Nutzer profitieren darüber hinaus von weiteren Premium-Funktionen:
- Endpoint Privilege Management (EPM): Ermöglicht Just-in-Time-Zuweisung von Admin-Rechten auf Benutzerbasis – ohne, dass dauerhaft erhöhte Rechte vergeben werden müssen.
- Enterprise Application Management: Automatisierte Bereitstellung und Patch Management von Standard-Apps – direkt aus dem Microsoft-Katalog, mit Richtliniensteuerung. Unsere Meinung: Der Goldstandard bleibt hier aber Patch My PC.
- Microsoft Cloud PKI: Cloudbasierte Public Key Infrastructure für automatisierte Zertifikatsausstellung – etwa für WLAN-, VPN- oder E-Mail-Verschlüsselung.
Diese Erweiterungen heben die native Geräteverwaltung auf ein neues Level, ohne dass zusätzliche Produkte oder Drittanbieterlösungen nötig sind.
3 Zeitplan, Rollout & Admin-Hinweise
Microsoft plant die schrittweise Einführung der neuen Intune-Funktionen im Verlauf des Jahres 2026. Damit bleibt Unternehmen genügend Zeit, sich auf die Änderungen vorzubereiten und ihre bestehenden Lizenzmodelle anzupassen. Der Start des Rollouts ist für den 1. Juli 2026 vorgesehen. Administratoren erhalten mindestens 30 Tage vor der Freischaltung eine entsprechende Benachrichtigung über das Microsoft 365 Admin Center.
Die Einführung erfolgt nicht einheitlich, sondern modular und tenant-spezifisch – es ist also damit zu rechnen, dass nicht alle Funktionen gleichzeitig in allen Umgebungen verfügbar sein werden.
Für IT-Administratoren ist es wichtig, sich frühzeitig auf die neuen Funktionen vorzubereiten. Einige Erweiterungen wie Endpoint Privilege Management oder der VPN-Tunnel für MAM erfordern neue Richtlinienkonfigurationen, die entsprechend geplant und getestet werden sollten.
Vor allem sicherheitsrelevante Features wie Remote Help sollten idealerweise vorab in Pilotgruppen implementiert werden. Auch die Gerätekompatibilität spielt eine Rolle – insbesondere bei älteren Windows-Versionen oder in BYOD-Szenarien können Einschränkungen auftreten. Zusätzlich sollte die Einführung neuer Sicherheits- und Verwaltungsmechanismen intern kommuniziert werden, etwa wenn Adminrechte temporär anders vergeben werden als bisher.
4 Lizenzmodelle & Kosteneffekte
Mit der Integration zentraler Intune Suite-Funktionen in Microsoft 365 E3 und E5 vereinfacht Microsoft nicht nur die technische Umsetzung moderner Endpoint Strategien – auch aus Lizenzsicht ergibt sich neues Potenzial.
Funktionen wie Remote Help, Tunnel for MAM oder Endpoint Privilege Management, die bisher als kostenpflichtige Add-ons lizenziert werden mussten, sind künftig im Standardumfang enthalten. Das reduziert Zusatzkosten und vereinfacht die Lizenzlandschaft spürbar.
Parallel dazu steigen ab Juli 2026 die Preise für E3- und E5-Lizenzen. Microsoft begründet dies mit dem erweiterten Funktionsumfang. Trotz der Erhöhung kann sich die Gesamtbilanz für viele Unternehmen positiv entwickeln, da separate Intune Suite-Lizenzen in vielen Fällen überflüssig werden.
Für Unternehmen bedeutet das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, bestehende Lizenzen und Add-ons zu überprüfen und neu zu bewerten. Die neue Struktur bringt Vorteile – aber auch Komplexität. Welche Funktionen in welcher Lizenz enthalten sind und wie sich das konkret auf bestehende Verträge auswirkt, ist nicht immer auf Anhieb ersichtlich.
5 Fazit
Die Integration zentraler Intune Suite-Funktionen in Microsoft 365 E3 und E5 stellt einen der bedeutendsten Schritte im Bereich Endpoint Management seit der Einführung von Intune dar. Was bislang kostenpflichtige Premiumlösungen waren, wird nun Teil des Standardangebots – und zwingt viele IT-Abteilungen dazu, ihre Lizenzstrategie und Infrastruktur neu zu überdenken.
Unternehmen sollten die Gelegenheit nutzen, ihre bestehende Lizenz- und Tool-Landschaft zu überprüfen, Richtlinien auf die neuen Funktionen vorzubereiten und mögliche Synergien in Support und Security zu identifizieren. Trotz angekündigter Preiserhöhungen eröffnen sich wirtschaftliche Vorteile – vor allem, wenn bisher separate Add-ons überflüssig werden.
Microsoft setzt mit diesem Schritt ein klares Zeichen: mehr integrierte Sicherheit, weniger Komplexität. Wer frühzeitig handelt, kann nicht nur von den erweiterten Funktionen profitieren, sondern auch Kosten senken und die eigene IT-Landschaft effizienter aufstellen.












