Patch My PC hat auf dem Workplace Ninja Summit 2026 vom 14. bis 17. September in Baden/Schweiz einen Ausblick auf die weitere Richtung der Produktentwicklung gegeben. Neben dem bereits verfügbaren CVE Insights arbeitet der Hersteller aktuell an drei neuen Funktionen: Treiber Management, Server Patching und Device Groups.

Release-Termine oder mehr Details, was diese Features beinhalten, wurden bislang nicht kommuniziert. Ganz ausdrücklich wiesen David James, VP of Engineering und Wout Vergauwen, Director of Product, sogar darauf hin, dass sich die Roadmap ändern könne. Allerdings zeigt das Announcement die Produktstrategie von Patch My PC: 3rd Party Patching Completeness. Applikationen, Treiber und Server. Für Letzteres besteht eine große Lücke bei Microsoft Intune und Azure Arc, die Patch My PC schließen möchte.

Das Wichtigste in Kürze

  • CVE Insights ist live und erweitert Patch My PC um risikobasierte Schwachstellenpriorisierung und Remediation Tracking.
  • Drivers, Server Patching und Device Groups sind in Entwicklung; konkrete Release-Termine hat Patch My PC noch nicht genannt.
  • PMPC zeigt eine klare Entwicklung zum One-Stop-Shop für Application und Vulnerability Management.

1 CVE Insights verbindet Schwachstellen und Remediation

Patch My PC hat ein insbesondere durch die Funktion “Exposure Tracker” verbessertes CVE Insights auf dem Workplace Ninja Summit vorgestellt und Zuschauern live präsentiert. Die Funktion verbindet Vulnerability-Informationen mit Software-Inventar, Patch-Verfügbarkeit und Remediation-Status.

Der  Exposure Tracker zeigt unter anderem, ob für eine Schwachstelle bereits ein Update vorhanden ist und wie weit dessen Validierung, Paketierung und Verteilung fortgeschritten sind.  

Zudem soll eine risikobasierte Priorisierung dabei helfen Schwachstellen schneller zu identifizieren und zu beheben. Dabei werden Fortschritt und der damit verbundene Arbeitsaufwand gemessen. Die Markführer für 3rd Party Patch Management rücken ihr Produkt somit stärker an das Vulnerability Management heran.

2 Driver Management: eine Ebene unter den Anwendungen

Patch My PC beschreibt das Thema Treiber mit dem Gedanken „One layer under the applications“.

Treiber werden heute je nach Umgebung über Windows Update, Intune, Configuration Manager oder herstellerspezifische Tools von Dell, Lenovo oder HP verwaltet. Dadurch entstehen schnell getrennte Prozesse für Anwendungen, Betriebssystem, Firmware und Treiber.

Was PMPC konkret plant, ist an dieser Stelle noch nicht ersichtlich. Unklar ist beispielsweise, ob ein eigener Driver Catalog entsteht oder bestehende Microsoft-Mechanismen lediglich zentraler gesteuert werden sollen.

Klar ist nur: Patch My PC will den bisherigen Application-Lifecycle offenbar um eine weitere Ebene erweitern.

3 Server Patching: interessant für Intune-only-Umgebungen

Server Patching ist aus unserer Sicht die spannendste Ankündigung, weil es eine der größten Einschränkungen heutiger Intune-Umgebungen adressieren könnte: Windows Server lassen sich nicht wie klassische Clients über Intune verwalten.

Dadurch braucht es für Server weiterhin eine zweite Management-Lösung – häufig ist das MECM. Genau hier entsteht das nächste Problem: Für MECM hat Microsoft inzwischen einen Annual Release Cadence angekündigt, während neue Funktionen und Investitionen strategisch stärker in Richtung Intune und Cloud verlagert werden.

Für die Serververwaltung empfiehlt Microsoft zunehmend Azure Arc mit Azure Update Manager. Aus unserer Sicht ist das jedoch kein gleichwertiger Ersatz für MECM.

Genau deshalb ist die Ankündigung von Patch My PC interessant: Wenn Server künftig direkt in den bestehenden Application- und Patch-Management-Ansatz integriert werden, könnte Patch My PC eine große Lücke schließen.

4 Device Groups: gezielter statt für den gesamten Bestand

Das dritte Roadmap-Thema nennt Patch My PC Device Groups. Auch hier hat Patch My PC nicht allzu viele Worte verloren.

Updates und Anwendungen sollen offenbar gezielter auf bestimmte Gerätepopulationen ausgerichtet werden können.

Denkbar wären beispielsweise:

  • bestimmte Gerätetypen
  • Geräte mit bestimmten Attributen
  • Pilot- und Testgeräte
  • einzelne organisatorische Bereiche

Bis zu einer konkreten Ankündigung bleibt offen, welche Regeln oder Attribute dafür genutzt werden können und wie Device Groups mit bestehenden Intune- oder MECM-Gruppen zusammenspielen.

5 Fazit: Patch My PC erweitert seinen Scope deutlich

CVE Insights, Drivers, Server Patching und Device Groups zeigen eine klare Richtung. Patch My PC entwickelt sich zunehmend vom klassischen Third-Party-Patching-Tool zu einem One Stop Shop für Application und Vulnerability Management.

Besonders Server Patching könnte dabei relevant werden, weil es eine reale Lücke in Intune-zentrierten Umgebungen adressiert.

Noch fehlen technische Details und Release-Termine. Die Vision wird aber deutlich: Anwendungen, Schwachstellen, Zielgruppen, Treiber und auch Server sollen stärker über eine gemeinsame Plattform abgedeckt werden. Wir sind gespannt, wann Patch My PC mehr zu der eigenen Road Map verrät und wie konkret die neuen Funktionen aussehen.

Über den Autor:

Dorian beschäftigt sich seit 2011 mit Unternehmens- und IT-Strategie. Aufgrund der Endpoint Security Defizite vieler Unternehmen und der Informationsüberflutung hat er die Endpoint Strategie entwickelt. Dorian ist Mitgründer des Expertenzirkels "Endpoint Management" im IAMCP e.V.

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