Oft reichen ein paar Zeilen in einem Microsoft-Blog, um ganze Admin-Teams in Aufruhr zu versetzen. Ein Produkt, das jahrelang als Rückgrat der Systemverwaltung besonders in großen Umgebungen galt, wird von Microsoft mehr und mehr ins Abseits gestellt. Diskussionen auf LinkedIn, hitzige Kommentare auf Reddit – und überall dieselbe Frage: War’s das jetzt mit SCCM?
Aber auch überwiegend eine klare Meinung: Intune kann keinen SCCM ersetzen! Trotzdem - die Unsicherheit ist greifbar: Lohnt sich ein Festhalten oder sogar die Neueinführung von SCCM? Was kann Intune wirklich? Und was bedeutet „Annual Release Cadence“ überhaupt in der Praxis?
Gleichzeitig führen folgende Punkte für Endpoint-Management-Verantwortliche in 2026 zu einem perfekten Sturm:
- Ivanti DSM End of Life zu Ende 2026
- Schnelle Weiterentwicklung von Microsoft Intune in den letzten Jahreen und preisliche Inklusion in M365
- Diskussion um Digitale Souveränität und On-Premise vs. Cloud vs. Hybrid
Das Wichtigste in Kürze
- Annual Release Cadence ersetzt kontinuierliche Entwicklung: Microsoft setzt bei SCCM ab 09/2026 auf jährliche Releases mit Fokus auf Sicherheit & Stabilität.
- Intune ist nicht automatisch der bessere Ersatz: viele Unternehmen bleiben auf SCCM angewiesen, z. B. wegen Bare-Metal-Deployments oder Server-Support.
- Alternative Tools ergänzen gezielt, ersetzen aber nicht immer: Baramundi, EIDO, 2Pint & Co. bieten flexible Erweiterungen oder eigenständige Lösungen.
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1 Microsofts neue Releasestrategie für SCCM
Im Herbst 2025 hat Microsoft einen neuen Releaserythmus für den System Center Configuration Manager (SCCM) ankündigt. Das kam nicht vollkommen überraschend, aber verschriftlichte erstmalig die Microsofts Denkweise im Hinblick auf SCCM und Intune, die bereits die letzten Jahre erkennbar war.
Ab September 2026 wird es nur noch jährliche Releases geben – mit einem klaren Fokus auf Sicherheit und Stabilität, statt auf neue Funktionen. Keine Weiterentwicklung mehr? Bedeutet das das schleichende Aus?
In der Praxis stellt sich für viele Unternehmen jetzt die Frage: Ist SCCM noch zukunftsfähig oder nur ein Produkt auf dem Abstellgleis?
Doch Ein Blick auf die Fakten zeigt: SCCM bleibt für viele Unternehmen hochrelevant und ist noch lange nicht tot.
2 Microsoft steht auch ohne Weiterentwicklung langfristig zu SCCM
Die jetzt kommunizierten Daten zeigen, dass SCCM bis mindestens März 2029 supportet wird. Da aber noch keine Rede von einer sogenannten “Deprecation” ist, gehen wir stark davon aus, dass SCCM noch über Jahre danach supportet werden wird.
Hinweise dazu findet man auch zwischen den Zeilen (“remain committed”, “long-term support) liest und wenn man sich die Realität der IT-Umgebungen vieler Unternehmen und Behörden weltweit anschaut, die auch in der Zukunft auf SCCM vertrauen.
Insider Informationen nach – Microsoft äußert sich hierzu nicht – werden heute noch deutlich mehr Endgeräte mit SCCM verwaltet als mit Intune.
3 Intune vs. SCCM – eine echte Ablösung oder doch nur PR?
Mit der zunehmenden Fokussierung Microsofts auf Intune als modernes Cloud-basiertes Endpoint Management liegt der Vergleich mit SCCM auf der Hand. Intune wird von Microsoft klar als Nachfolger positioniert – doch in der Praxis verhindert Intunes Funktionsumfang eine vollständige Ablösung.
Zwar bringt Intune viele Stärken mit – vor allem im mobilen Bereich, bei Compliance-& Security Policies oder Autopatch. Es wäre falsch Intune daher nur als Marketingblase darzustellen. Aus modernen Security Gesichtspunkten, sollte Intune unbedingt Bestandteil jedes Microsoft Endpoint Managements sein. Wir empfehlen unseren Kunden deshalb das Co-Management mit SCCM und Intune.
Doch in der Realität zeigt sich schnell: SCCM kann, was Intune (noch) nicht kann.
Ein paar Beispiele:
- Bare-Metal OS-Deployments? In Intune nicht ohne Weiteres möglich.
- Reale Echtzeit-Aktionen, Bandbreitensteuerung oder detailliertes Hardware-Inventar? Klarer Vorteil für SCCM.
- Server-Management und anderen hochverfügbaren Geräten? Weiterhin SCCM-Territorium.
- Verwaltung von On-Premises Geräten: Mit Intune unmöglich.
- Reporting & Inventory? In Intune bisher vollkommen unzureichend gelöst
Microsofts eigene Aussage dazu lautet sinngemäß: Nur Intune ist die Zukunft. Für Server Management wird z.B. Azure Arc als Alternative vorgeschlagen (weitläufige Meinung: unzureichend!), die anderen Themen unter den Tisch gekehrt.
In der Community wird die Debatte relativ einseitig geführt. Während nur einige wenige Admins SCCM als "Legacy-Tool" abstempeln, vertraut die Mehrheit gerade deshalb auf die bewährte Zuverlässigkeit – vor allem in Unternehmen mit über 1.000 Endpoints, regulierten Branchen, Behörden oder bei hochverfügbaren Infrastrukturen.
Fakt ist: Ein einfacher 1:1-Wechsel von SCCM zu Intune ist weder technisch trivial noch strategisch immer sinnvoll.
4 Was bedeutet das in der Praxis?
Unsere Meinung: Jedes Unternehmen muss für sich analysieren, ob Ihnen in Intune Must-Have Funktionen, wie z.B. Serververwaltung fehlen oder ob es nur um Soft Factors geht. Letztere können akzeptiert oder durch den gezielten Einsatz von Drittanbieter-Tools gelöst werden. Für erstere gilt: SCCM einsetzen oder eine ganz andere Softwareverteilung.
Auch auf die Kosten sollte geachtet werden: SCCM ist zwar grundsätzlich in M365 inkludiert, aber Achtung: Gerade die Verwaltung von Windows Servern – eines der Hauptargumente für SCCM – verursacht hohe Zusatzkosten.
5 Welche Alternativen zu SCCM gibt es?
Was, wenn der Einsatz von SCCM aus Featuresicht zwingend oder sinnvoll wäre, aber aus Kosten- oder unternehmenspolitischen Gründen nicht gewollt ist?
Diese Lösungen lösen gezielt Pain Points, die entweder durch Intune oder SCCM allein nicht vollständig abgedeckt werden.
6 Fazit – Wer SCCM heute einsetzt, braucht vor allem eins: Klarheit
Ob SCCM wirklich „tot“ ist? Die kurze Antwort: Nein – aber es verändert sich.
Microsofts strategischer Fokus liegt klar auf Intune, doch SCCM bleibt ein unterstützter Bestandteil der Endpoint-Welt – mit einer neuen Rolle und veränderten Rahmenbedingungen.
Die richtige Lösung hängt von vielen Faktoren ab: Infrastruktur, Sicherheitsanforderungen, Management-Ansatz – und natürlich auch von Ressourcen und Know-how. In manchen Fällen ist ein Wechsel sinnvoll, in anderen bleibt SCCM auf absehbare Zeit unverzichtbar.
Was aber definitiv nicht mehr funktioniert: Einfach weitermachen wie bisher – ohne Strategie, ohne Monitoring, ohne Anpassung.
In unserem aktuellen Webinar SCCM in 2026 – Zukunft, Alternativen, optimale Performance gehen wir genau auf diese Fragen ein - mit konkreten Beispielen und einer klaren Einschätzung aus der Praxis.












