DIe Logos von Intune und SCCM/MECM gegenübergestellt

Die Verwaltung von Endgeräten umfasst längst nicht mehr nur Laptops und Desktops, sondern auch Server, mobile Geräte, virtuelle Desktops und z. B. Point-of-Sale (POS) Geräte. Microsoft bietet mit Intune und SCCM/MECM zwei Lösungen, die das Herzstück für Endpoint Management in vielen Unternehmen sind – mit unterschiedlichen Ansätzen, Stärken und Einsatzbereichen.

Wie relevant beide UEM Lösungen sind, zeigt unsere Studie „State of Endpoint Management in DACH 2025/26“: 76 Prozent der befragten Unternehmen nutzen zumindest eines der beiden Tools.

Daher vergleichen wir in diesem Artikel Intune und SCCM/MECM, zeigen typische Einsatzszenarien und erklären, wann Co-Management oder eine schrittweise Migration sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Intune ist eine cloudbasierte UEM-Lösung zur modernen Verwaltung und Absicherung von Windows-, macOS-, Android- und iOS-Geräten.
  • SCCM/MECM ist eine On-Premise-Lösung mit hoher Steuerungstiefe – ideal für komplexe, lokale Infrastrukturen und regulierte Umgebungen.
  • Hauptunterschiede: Intune ist cloudbasiert, plattformübergreifend, in M365 integriert und bietet moderne Sicherheitsfeatures wie Conditional Access. SCCM ist lokal, Windows-zentriert und sehr granular steuerbar.
  • Empfehlung: Intune ist der Standard für modernes Client Management. SCCM eignet sich für hochverfügbare oder komplexe On-Prem-Infrastrukturen. Co-Management ermöglicht die kombinierte Nutzung beider Lösungen.

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1. Was ist Microsoft Intune?

Microsoft Intune ist eine cloudbasierte Lösung für Unified Endpoint Management (UEM) und ermöglicht die zentrale Verwaltung von PCs, mobilen Geräten und spezialisierten Systemen – unabhängig vom Standort oder Betriebssystem. Unterstützt werden Windows, macOS, iOS/iPadOS, Android und in Teilen auch Linux.

Als Teil des Microsoft-Ökosystems integriert sich Intune nahtlos in Microsoft 365, Entra ID (Azure AD) und Defender for Endpoint. Die Plattform vereint Mobile Device Management (MDM) und Mobile Application Management (MAM), sodass sowohl Geräte als auch einzelne Anwendungen sicher gesteuert werden können – auch im Rahmen von BYOD-Szenarien.

Intune unterstützt automatisierte Bereitstellungen (Zero-Touch-Deployment) mit Windows Autopilot, bietet Richtlinien- und App-Verwaltung aus der Cloud und ermöglicht über Endpoint Analytics eine transparente Analyse der Gerätegesundheit und Nutzererfahrung. Damit bildet Intune eine zentrale Komponente für modernes, sicheres und skalierbares Endpoint Management.

Kreisdiagramm, welches zeigt, dass 76% der befragten Unternehmen Intune und/oder SCCM benutzen
Statistik: Verbreitung von Microsoft UEM Tools | Quelle: State of Endpoint 25/26

2. Was ist SCCM / MECM?

Der Microsoft Endpoint Configuration Manager – früher bekannt als SCCM (System Center Configuration Manager) – ist eine On-Premises-Lösung zur Verwaltung von Windows-Endgeräten in Unternehmensnetzwerken. Die Plattform ermöglicht eine umfassende Steuerung von Softwareverteilung, Betriebssystembereitstellung, Patch Management, Inventarisierung und Sicherheitsrichtlinien.

Im Unterschied zu Intune setzt SCCM auf eine lokale Infrastruktur mit eigenen Servern und Datenbanken. Dadurch lassen sich Systeme tief in bestehende IT-Landschaften integrieren und sehr spezifisch konfigurieren – allerdings zu einem höheren administrativen Aufwand. Besonders in regulierten Umgebungen oder bei komplexen Bereitstellungsszenarien bietet SCCM klare Vorteile.

Auch bei komplexen Deployment-Szenarien spielt SCCM/MECM weiterhin seine Stärken aus. Neben mehrstufigen Softwareinstallationen über Task Sequences unterstützt die Lösung auch vollständige Betriebssystembereitstellungen und Bare-Metal Deployments.

3. Intune vs SCCM/MECM – Die wichtigsten Unterschiede

Beide UEM-Lösungen verfolgen unterschiedliche Ansätze bei der Verwaltung eurer Endgeräte. Welche Lösung besser zu den Anforderungen Eures Unternehmens passt, hängt von eurer Infrastruktur, euren Sicherheitsanforderungen und eurem IT-Betriebsmodell ab.

Mit der Annual Release Cadence von SCCM wird jedoch deutlich, wohin Microsoft langfristig steuert: Neue Funktionen entstehen vor allem in Intune, während bei SCCM/MECM Stabilität und Sicherheit im Vordergrund stehen. Trotzdem kann Intune SCCM/MECM noch nicht in allen Einsatzbereichen ersetzen. Ein genauer Vergleich lohnt sich daher weiterhin:

Lizenzierung & Kosten

Intune ist unter anderem in Microsoft 365 E3 und E5 enthalten. Die meisten Intune-Lizenzen umfassen gleichzeitig Nutzungsrechte für SCCM/MECM zur Verwaltung lizenzierter Clients. Für die Verwaltung von Windows Servern gelten dagegen separate Lizenzanforderungen. Hinzu kommen die Kosten für Aufbau, Betrieb und Wartung der lokalen SCCM-Infrastruktur.

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On-Premises vs. Cloud

Bei vielen Tool-Vergleichen ist On-Premises vs. Cloud ein wichtiges Entscheidungskriterium. Intune ist vollständig cloudbasiert und kommt ohne eigene Serverinfrastruktur aus. Die Verwaltung von Geräten kann standortunabhängig erfolgen. Im Gegensatz dazu wird SCCM lokal betrieben und eignet sich besonders für Umgebungen mit zentraler Netzwerkarchitektur oder spezifischen Compliance-Anforderungen.

Benutzerfreundlichkeit

Intune punktet mit einer modernen Benutzeroberfläche und einer einfachen Bedienung – auch für IT-Teams ohne tiefgehende Vorkenntnisse. SCCM ist komplexer in der Einrichtung und Administration, bietet dafür aber mehr Granularität und Kontrolle.

Sicherheit und Compliance

Beide Systeme lassen sich mit Microsoft-Sicherheitslösungen wie Defender for Endpoint kombinieren. Intune bietet zusätzliche Vorteile durch native Integration in Microsoft Entra ID, Conditional Access und automatisierte Compliance-Richtlinien.

Integration in Microsoft 365

Intune ist tief in Microsoft 365 integriert. Funktionen wie App-Schutzrichtlinien, Single Sign-On und Endpoint Analytics stehen euch direkt zur Verfügung. SCCM kann zwar eingebunden werden, erfordert aber zusätzlichen Konfigurationsaufwand.

Vor- und Nachteile im Überblick

Kriterium Microsoft Intune SCCM / MECM
Plattform Cloudbasiert, keine lokale Infrastruktur notwendig On-Premises, erfordert Server und Wartung
Zugriff Weltweit über das Internet erreichbar Meist nur im Unternehmensnetzwerk (Ausnahme: Cloud Management Gateway)
Geräteunterstützung Windows, macOS, iOS, Android, Linux Primär Windows, eingeschränkter Support für andere Plattformen
Benutzerfreundlichkeit Moderne Oberfläche, einfache Einrichtung Komplexer, mehr Know-how erforderlich
Integration Nahtlos in Microsoft 365 & Azure integriert Gute Anbindung an lokale Systeme, mehr Konfiguration nötig
Kosten In Microsoft 365 E3/E5 enthalten Zusätzliche Lizenzkosten für Serververwaltung- und Infrastrukturkosten
Sicherheit & Compliance Integrierte Cloud-Sicherheitsfeatures (z. B. Conditional Access) Detaillierte Steuerung, mehr manuelle Pflege z.B. über GPOs nötig
Updates & Wartung Automatisch durch Microsoft Manuell inkl. Patch- und Server-Management
Automation & Scripting PowerShell, Graph API, REST-API PowerShell, WMI, SQL
Deployment Provisionierung vorhandener Windows-Installationen über Windows Autopilot Vollständige Neuinstallation und Bare-Metal Deployment über PXE, Medien und Task Sequences
Serververwaltung Keine vollständige MDM-Verwaltung von Windows Servern; ausgewählte Security Policies über Defender möglich Umfassende Verwaltung von Windows Servern möglich

4. Gemeinsam nutzen: Intune und SCCM im Co-Management

Intune und SCCM/MECM müssen nicht zwangsläufig getrennt voneinander betrachtet werden. Im Co-Management können Windows-Geräte parallel über beide Plattformen verwaltet und einzelne Workloads schrittweise zu Intune verschoben werden.

So lassen sich moderne Cloud-Funktionen nutzen, während bestehende Deployment-, Softwareverteilungs- oder Verwaltungsprozesse zunächst in SCCM/MECM verbleiben. Unternehmen profitieren dabei von einer flexiblen Übergangsphase, in der bestehende Investitionen geschützt und gleichzeitig neue Funktionen eingeführt werden können. Zudem reduziert dieser Ansatz Risiken bei der Migration, da Änderungen kontrolliert und schrittweise umgesetzt werden.

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5. Fazit: Intune, SCCM oder beides?

Die passende Strategie für Unified Endpoint Management hängt vor allem von den vorhandenen Systemen, den verwalteten Gerätetypen und den jeweiligen Deployment-Anforderungen ab. Für Unternehmen, die bereits stark cloudbasiert arbeiten oder diesen Weg einschlagen möchten, bietet Intune eine moderne, flexible und wartungsarme Lösung mit enger Integration in Microsoft 365.

SCCM/MECM bleibt besonders für komplexe On-Premises-Infrastrukturen, spezielle Compliance-Vorgaben und individuelle Deployment-Szenarien relevant. Auch größere Unternehmen mit spezialisierten IT-Teams, mehreren Standorten und umfangreichen Windows-Umgebungen profitieren von der hohen Steuerungstiefe.

Unser Tipp: Nutzt das Beste aus beiden Welten. Mit dem Co-Management-Modell könnt ihr neue Cloud-Funktionen schrittweise einführen, ohne funktionierende Prozesse über Bord zu werfen. So bleibt ihr flexibel – und bereit für die Zukunft. Unterstützung bei Strategie, Einführung oder Optimierung findet ihr in unserem Intune und SCCM Consulting.

Über den Autor:

Dorian beschäftigt sich seit 2011 mit Unternehmens- und IT-Strategie. Aufgrund der Endpoint Security Defizite vieler Unternehmen und der Informationsüberflutung hat er die Endpoint Strategie entwickelt. Dorian ist Mitgründer des Expertenzirkels "Endpoint Management" im IAMCP e.V.

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